Manchmal ist das Leben ganz schön kompliziert. Und manchmal sind auch die Inhalte, die wir anderen nahe bringen wollen, kompliziert. Aber zum Glück gibt es zwei einfache Werkzeuge im Storytelling, um Komplexität greifbar zu machen: Metaphern und Analogien
Im dritten Modul meines 12-wöchigen Online-Workshops Die Kunst des Storytelling ging es genau darum: Wie vermitteln wir komplizierte, faktenlastige oder trockene Inhalte einfach, glasklar und greifbar?
Antwort: Mit Bildern. Mit Vergleichen, Analogien. Mit Metaphern.
Lass mich Dir kurz den Unterschied zwischen Analogien und Metaphern nahe bringen – anhand eines Beispiels.
„Du bist eine Rose“ – das ist eine Metapher. „Du bist wie eine Rose“ – das ist die Analogie. Du merkst – diese beiden Storytelling-Werkzeuge sind sich sehr ähnlich. Darum bin ich so frei und nenne sie in einem Atemzug.
Nun aber zurück zur Komplexität des Seins. Es gibt wohl kaum etwas, das so vielschichtig, kompliziert, schillernd, facettenreich ist, wie das Leben. Deshalb gibt es dazu auch viele Sichtweisen.
Lies Dir mal dieses erste Zitat über das Leben durch:
„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt.“
(Forrest Gump)
Was sagt Dir diese Analogie? Vielleicht, dass das Leben voller süßer Momente ist, manches Mal auch bitter oder berauschend. Dass wir selbst wählen können, welche Praline wir nehmen. Gleichzeitig steckt das Leben wie auch die Pralinenschachtel voller Überraschungen. Vielleicht wird es irgendwann zu viel. Aber es gibt kaum Alternativen – denn in einer Pralinenschachtel sind nunmal nur Pralinen. Ja – und irgendwann dann ist die Schachtel leer – das Leben vorbei.
Nun zum zweiten Zitat über das Leben, das von Albert Schweitzer stammen soll:
„Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.“
Diese Analogie erzählt uns etwas ganz anderes! Hier geht es darum, immer weiterzumachen, in die Pedale zu treten. Bloß kein Stillstand – sonst könntest Du umfallen. Das Leben ist eine etwas wackelige Angelegenheit, Balance ist alles! Pausen sind nicht unbedingt eingeplant. Du kannst manchmal bös auf die Nase fallen. Und ein Ende des Lebens ist in diesem Bild nicht in Sicht.
Beide Analogien sprechen ganz unterschiedlich über das selbe Phänomen – das Leben. Beide Bilder haben ihre Berechtigung. Sie beleuchten unterschiedliche Aspekte des Lebens und machen es dadurch fassbar.
Das ist die Kraft von Metaphern und Analogien.
Du kannst sie immer nutzen, wenn Du Inhalte einfach und schnell vermitteln willst. Wenn Du Klarheit stiften möchtest. Oder wenn Du dein Publikum emotional erreichen willst. Nimm Deinen Inhalt und vervollständige den Satz. „Mein Inhalt X… ist wie…“ So findest Du Deine Analogie bzw. Deine Metapher.
Aber zurück zur Pralinenschachtel und dem Fahrradfahren:
Welches Bild spricht Dich mehr an?
Wie würdest Du das Leben beschreiben?
Wenn Du ganz neu denken oder fühlen würdest: Mit was ist das Leben für Dich vergleichbar? Mit einer Achterbahnfahrt? Einer Wanderung durch eine Landschaft? Ist es ein Buffet oder ein Segeltörn bei unstetem Wetter? Oder ein Bild, das Du mit einigen Farben, die Dir zur Auswahl stehen, zeichnest?
Das Bild, das wir – oft unbewusst – für das Leben wählen, beeinflusst uns. Es lohnt sich also, sich immer mal wieder die Fragen zu stellen:
- Wie ist das Leben für mich?
- Wie hätte ich gern, dass es für mich ist?
- Was kann ich tun, um es so zu gestalten?
Ich würde mich riesig freuen, wenn Du eine Deiner Antworten mit mir teilst.
Was bleibt von all dem? Was zählt wirklich? In diesem Blog-Artikel teile ich meine Sicht aufs Leben mit Dir – es geht um leise Zweifel, gutes Leben und ein Gedicht.




