Wie wir seit Forest Gump wissen, ist das Leben ist ja so vielseitig wie eine Pralinenschachtel. Deshalb möchte ich auch mit Dir teilen, was ich in dieser Zeit noch empfinde: Unbehagen.
Was bringt die Zukunft? Kriege, Klima, mögliche Manipulation durch KI … Auch in einigen meiner letzten Inhouse-Trainings in Unternehmen waren die Menschen besorgt: Gelder werden gekürzt, Stellen abgebaut, während gleichzeitig die Arbeit und der Druck mehr werden.

In solchen Momenten scheinen sich diese Themen wie ein dunkles Gewitter zusammenzubrauen. In mir wird dann eine ängstliche Stimme hörbar, die sagt: Wenn dieses Gewitter mal loslegt – steht danach überhaupt noch ein Stein auf dem anderen?
Wie geht’s Dir damit?
Kennst Du auch solche unbehaglichen Momente? Wenn ja – wie gehst Du damit um?
Was hilft Dir?
Drei Impulse zur Unterstützung
Ich möchte mit Dir drei Impulse teilen, die mir in unbehaglichen Momenten helfen.
1. Das Netzwerkmodell nach Gunther Schmidt.
Je nach Zustand ist ein anderes Netzwerk in unserem Gehirn und Organismus aktiv. Wenn wir voller Zuversicht sind, feuern andere Neuronen, als wenn wir niedergeschlagen, verängstigt oder gelangweilt sind. Du kannst Dir das wie unterschiedliche Lichterketten vorstellen. Je nach aktivierter Lichterkette gibt’s eine ganz andere Lichtstimmung.
Und das bedeutet im übertragenen Sinn: Je nach aktiviertem Netzwerk ist unser Erleben ein anderes – und auch, ob wir Lösungen und Möglichkeiten sehen oder nicht.
Wenn ich mich beispielsweise länger in all die schlimmen Nachrichten dieser Welt vertiefe (und Nachrichten handeln ja zu 90 % von Konflikten und Problemen), wird in mir ein Problem-Netzwerk aktiviert. Und dann ist es nur schlüssig, dass ich den Eindruck bekomme: Die Welt geht unter.
Wenn ich mich stattdessen mit Positivem verbinde, aktiviere ich eine andere Lichterkette – und auf einmal sieht die Welt „heller“ aus.
Also richte ich meine Gedanken bewusst darauf, wofür ich dankbar bin oder was mich zum Staunen bringt. Eine wunderbare Übung, um in so einen positiven Zustand zu kommen, ist die 15minütige COACH-Übung des Hypnotherapeuten Stephen Gilligan.
2. Gedichte lesen.
Zum Beispiel das wunderbare von Giannina Wedde, das mir zeigt, dass auch das Dunkle, auch das Unbehagen seine Berechtigung hat:
Dunkelheit
Ich danke dir, Dunkelheit,
dass du dich über alle Dinge breitest,
mit gleicher Zartheit über unversehrtes Leben
und das Zerbrochene.
Dass du dich zu mir setzt wie eine alte Freundin,
die mich besser kennt als ich mich selbst
und die geduldig wartet, bis ich mir begegne.
Dass du mich lehrst, was leere Hände sind
und wie das Leben schmecken kann,
wenn Leben heißt, mit dem, was ist, zu sein.
Ich danke dir, Dunkelheit,
dass du mich birgst wie weiche Erde,
in der ich ruhen und zum Leben reifen darf
wie ein Geheimnis, das sich noch entfaltet.
Ans Herz legen kann ich dir außerdem Gedichte von Hilde Domin, Erich Kästner und Mary Oliver.
3. Sorgen hinterfragen und loslassen.
In seinem Buch The Big Leap schreibt Gay Hendricks darüber, dass es eine Angewohnheit sein kann, sich zu sorgen. Eine Angewohnheit, mit der wir uns das Leben schwer machen. Er schlägt vor, sich zwei Fragen zu stellen:
Ist das, worum Du Dich sorgst, wirklich real? Kannst du konkret etwas tun, um Positives zu bewirken?
Wenn ich gerade mit einer Kanne frisch gebrühtem Tee das Haus verlassen habe und mich plötzlich frage, ob ich den Herd ausgemacht habe, dann ist das Problem real – und ich kann etwas tun (umdrehen oder jemanden bitten, nachzusehen). Diese Sorgen sind berechtigt!
Gibt es auf beide Fragen kein Ja (z. B. beim Thema „Wird es ein weltweites Gewitter geben und danach kein Stein mehr auf dem anderen stehen?“), empfiehlt er, die Sorge loszulassen.
Und – jetzt kommt’s – er lädt ein: Spür in so einem Moment nach, was gerade eigentlich in die Welt kommen möchte.
(Damit lenkt er den Fokus woandershin → siehe Punkt 1.)
Ich bin neugierig: Wie resoniert das Obige mit Dir? Was findest Du hilfreich?
Ich sende dir liebe Grüße!
Mareike




