Die Wurst, die (Analogie-)Geschichte schrieb

Gertraud, die in der Finanzbranche arbeitet, möchte Mitarbeitenden für deren Beratung von Unternehmen das Thema Rücklagenbildung näher bringen – mit Hilfe von Storytelling.


„Mareike, wie kann ich einem so staubtrockenen Thema wie ‚Rücklagenbildung‘ Leben einhauchen? Ich will, dass meine Kolleg:innen das Thema spannend finden!“ Mit diesem Anliegen kam Gertraud ins Storytelling-Coaching. Nachdem wir die Hauptbotschaft ihrer Präsentation geklärt hatten – „Was sollen Deine Kolleg:innen unbedingt aus Deinem Vortrag mitnehmen?“ –, ging’s gemeinsam ans Story-Schürfen. Mir war schnell klar: Am besten arbeiten wir hier mit einer Analogie!

„Gertraud, womit kannst Du Dein Thema vergleichen? Mal angenommen, Rücklagenbildung wäre etwas, das mit Essen zu tun hat, was wäre es?“ 

Es dauerte keine Sekunde, da antwortete Gertraud wie aus der Pistole geschossen: „Die Rücklagenbildung ist wie eine Landjägerwurst!“ Nun bin ich zwar keine Vegetarierin, aber so eine Wurst gehört nicht in mein Essensrepertoire. (Wer weiß, vielleicht ändert es sich ab jetzt!) 

Gertraud musste mir diese Analogie erstmal näher erklären: Eine Landjägerwurst kann man lange lagern, sie hat aber auch ein Ablaufdatum – genau wie die Rücklagenbildung. Die Wurst nährt und hilft, wenn man beispielsweise bei langer Wanderstrecke plötzlich hungrig wird. So wie ein Wanderer auf die Wurst zurückgreifen kann, kann auch ein Unternehmen, wenn Anschaffungen im Raum stehen, auf das Geld aus der Rücklagenbildung zurückgreifen.

Gertraud und ich haben die Analogie weiter „abgeklopft“ und es zeigte sich, dass sie die wichtigsten Informationen über Rücklagenbildung tatsächlich mit der Landjägerwurst ganz bildhaft darstellen kann. Sie überlegt sogar, ob sie eine Landjägerwurst für die Präsentation mitnimmt. „Das wäre schon eine tolle Überraschung, eine Wurst in die Höhe zu halten! Wenn ich das mache, wird so schnell niemand die Rücklagenbildung vergessen.“ meinte sie.

So eine Analogie hebt also das eigentliche Thema auf eine andere, sinnlichere Ebene. Es entsteht ein Bild vorm inneren Auge der Zuhörenden (und in diesem Fall sogar ein Geschmack! Ich hatte mich bei Gertraud übrigens auch rückversichert, dass ihre Kolleg:innen keine Vegetarier sind. Wäre das der Fall gewesen, hätten wir nach einer Alternative weitersuchen müssen.)

Und jetzt Du! 


Wenn du ein komplexes Thema hast, vervollständige den Satz: Mein Thema X ist wie…

Vergleiche es mit einem Gegenstand oder mit etwas, das mit Essen, Sport oder Musik zu tun hat.

Bonus-Tipp: Wenn Du einen passenden Gegenstand gefunden hast – wie Gertraud die Landjägerwurst – kannst Du sie auch tatsächlich mitbringen – das macht Deine Präsentation einzigartig!!

Es braucht dafür manchmal etwas Mut, aber der Ohhh- und Ahhhh-Moment ist Dir sicher!

Mehr zum Thema Analogien & Metaphern

Wenn Du noch tiefer ins Thema eintauchen willst, schau doch mal hier rein:
https://mareiketiede.de/metaphern-und-das-leben/
https://mareiketiede.de/metaphern-im-storytelling/

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